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Obergermaringen

Germaringen im Frühjahr 1980 !

Erinnern Sie sich noch, wie es in unserem Ort früher ausgesehen hat? In diesem Film, den Franz Biechele 1980 in schnellem Tempo aus dem fahrenden Auto aufgenommen hat, können Sie sich noch einmal zurückversetzen.

Da steht noch die Poststelle bei Fleschhutz, der Melder- und der Fuchshof, Landherr und die alte Molkerei. Der Germaringer Hof ist noch im Rohbau und statt der Wohngebiete an der Aggensteiner, Blonhofener und Osterzeller Straße sieht man nur freies Feld! Ein herrliches Zeitdokument.

Der Film ist im .wmv Format und öffnet im Windows Media Player. Er hat eine Spieldauer von 3:20 Min und benötigt daher Ladezeit. Bitte etwas Geduld - es rentiert sich!

zum Film

 

Wenn Sie einen Film aus einem der anderen Ortsteile haben, stellen Sie ihn uns doch zur Veröffentlichung zur Verfügung.

Ein Haufendorf mit 2290ha Gesamtfläche (hiervon 267ha Wald, 1241ha Wiesen und 562ha Ackerland) und einer Einwohnerschaft von 3712 Einwohner. Die Gemeinde Germaringen besteht aus den am 1.7.1972 zusammengeschlossenen Gemeinden Obergermaringen und Untergermaringen (Eingemeindung Untergermaringen am 1.5.1978) sowie den ebenfalls am 1.5.1978 eingemeindeten Orten Ketterschwang und Schwäbishofen.

Die Landwirtschaft ist mittlerweile auf rd. 80 Betriebe zusammengeschmolzen. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt heute nur noch 17%. Germaringen hat eine Postfiliale, Kindergärten, Haupt- und Grundschule mit 20 Klassen und seit 1999 einem M-Zug, ein Pfarramt und zwei Pfarrbüchereien, eine großzügige Sportanlage mit einem Fußballstadion, mehreren Fußballplätzen, Eisstockschützenbahnen, Tennisheim und einem gemeindeeigenen Zentrum im Germaringer Hof, ein neues Feuerwehrhaus mit angegliedertem Bauhof, und hinter dem historischen Wendelwirt das sog. "Betreute Wohnen". Im Ortsteil Untergermaringen findet sich das Georgihaus mit Schützenheim. In Ketterschwang bietet der "Ketterschwangerhof" Räumlichkeiten für die örtliche Landwirtschaft (Schlachthaus), den Gartenbauverein und einen großen Turnsaal.

Obergermaringen entstand nach der alemannischen Landnahme als Ausbau von dem älteren "Unteren Germaringen" und ist eine der ältesten Siedlungen des nördlichen Landkreisbereiches. Auch der Name des Ortes weist auf Untergermaringen hin (bei den Versippten des Germar, des Urmaiers). Der Name Obergermaringen erscheint erstmals 1295.

Wie die Freien von Obergermaringen in Abhängigkeit zu den Welfen und später in den Besitz der Staufer gelangten, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Es liegt nahe, das Welfengut in Obergermaringen auf die Beerbung der 1165 ausgestorbenen Freiherrn von Beuren zurückzuführen. In Germaringen bestand keine Leibeigenschaft. Schon sehr früh hatten die Klöster Kempten (wohl von Stöttwang her) und Ottobeuren in Obergermaringen Besitz. Später waren dann auch die Klöster Steingaden und Irsee sowie Polling in Obergermaringen begütert. Letzteres Kloster besaß bis zur Säkularisation einen Grunduntertanen in Obergermaringen.

Die Reichsstadt Kaufbeuren besaß die hohe und niedere Gerichtsbarkeit mit allen territorialen Gerechtigkeiten bis zu ihrer Aufhebung 1803. Sie bestellte in Germaringen einen Mann als Vorsteher (1513 wird ein Hans Gastl genannt), der den Titel Richter führte; ihm waren vier Männer (die Vierer) beigegeben. Vom 14. Jahrhundert an - findet man eine Reihe Kaufbeurer Bürger im Besitz von Hofgütern in Obergermaringen. Der Kirchensatz in Obergermaringen (Patronatsrecht) war Lehen der Ritter von Rohrbach und wechselte über mehrere Inhaber letzten Endes zum Stift St. Moritz Augsburg.

Die Pfarrkirche St. Michael in seiner heutigen Form stammt aus den jahren 1862/63. Damals wurde das Langhaus in den oberen Teilen abgetragen und neu erbaut. Der gotische Sattelturm in unverputzter Ziegelbauweise, datiert vom Jahre 1487 (in den Turm ist eine Tafel eingelassen, die dieses Datum anzeigt).

Die Kirche St. Wendelin in Obergermaringen wurde anstelle einer noch 1580 bestehenden Kapelle im Jahre 1697 (Turm 1726) aus Mitteln von hierher pilgernden Verehrern des Heiligen erbaut. Hierher wallfahrteten jedes Jahr 33 Gemeinden der Umgebung. Die Kirche sollte 1804 abgebrochen werden, wurde aber durch die Gemeinde gerettet, bei der noch heute die Baupflicht liegt. Früher war der St.-Wendelins-Tag ein Festtag mit Umritt (bis 1935 in fünfjährigem Turnus). Heute durch den Theater- und Brauchtumsverein wiederbelebt.

Zwei bedeutende Männer, die in Germaringen geboren wurden, verdienen besondere Erwähnung:

Der am 28. 2.1877 in Obergermaringen geborene spätere Lehrer Rupert Egenberger. Er war ein Pionier der Heilpädagogik im Dienste geistig behinderter Kinder. Zwei Sondervolksschulen in Amberg in der Oberpfalz und in München tragen seinen Namen.

Der am 29.4.1878 in Untergermaringen als Sohn einer Bauernfamilie geborene Priester und Schriftsteller Dr. Peter Dörfler, der eine Reihe bekannter Werke schrieb, die im wesentlichen die Heimat betreffen. Er betreute 40 Jahre lang verwaiste und verlassene Kinder im Maria-Ludwig-Ferdinand-Heim in München. Die Gemeinde Germaringen setzte ihm zu seinem 100. Geburtstag im Gemeindebereich Untergermaringen einen Gedenkstein.