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Untergermaringen

Ein Haufendorf mit 750 Einwohnern liegt in 661 in Meereshöhe 1 km nördlich vom Gemeindesitz Obergermaringen an der alten B 12, am Fuße des 718 m hohen, den Ort überragenden Georgiberges. Untergermaringen ist noch heute ein Ort mit überwiegend landwirtschaftlicher Bevölkerung, wenngleich sich auch hier einige Wohnsiedlungen am Fuße des Höhenrückens und auf letzterem entwickelten. Der Zusammenschluß der beiden Germaringen erfolgte im Zuge der Gebietsreform am 1.5.1972, die Eingemeindung erfolgte am 1.5.1978.

Untergermaringen ist einer der ältesten Orte des Landkreises; er wurde um 500 am Südrande des Ursiedlungsraumes von der alemannischen Sippe eines Germar gegründet, wovon der Name herührt. Von hier aus wurde Obergermaringen als späterer Ausbau angelegt. Die erste Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahre 1183 als Germaringen.

Die Differenzierung der beiden Dörfer Unter- bzw. Niedergermaringen und Obergermaringen erscheint erstmals um 1295. In Untergermaringen nannte das Edelgeschlecht der Herren von Ursin Rechte und Besitzungen sein Eigen, vergab jedoch seine dortigen herrschaftlichen Befugnisse an seine Hausstiftung, das Kloster Irsee, welches sich in der Folgezeit als Gerichtsherrschaft des ganzen Dorfes erweist. 1538 gehen die Hohe Obrigkeit zu Untergermaringen vom Vogt des Klosters, Simprecht von Benzenau zu Kemnat, und alle andere gerichtliche Obrigkeit des Klosters an die Stadt und das Spital Kaufbeuren über, die Grundherren in Untergermaringen waren. In frühmittelalterlicher Zeit hinauf reichen auch die Beziehungen des Ortes zum Stift Kempten, dessen Abt seit alter Zeit der Kirchensatz zustand. Der Zehnt von Malerhof ging als Ritterlehen von Kempten 1329 in mehreren Wechseln an Kaufbeurer Bürger über, aus welchem Besitz es das Spital Kaufbeuren 1433 erwarb. Kaufbeurer Stiftungen und Bürger erkauften sich im Laufe des 15. Jahrhunderts mehrfach Grundbesitz in Untergermaringen. Der Reichsstadt Kaufbeuren standen seit 1538 bis zur Mediatisierung 1803 sämtliche Territorialgerechtsame in Untergermaringen zu.

60m über dem Dorf steht die einzige noch erhaltene romanische Kirche der Umgebung, St. Georg, ca. aus dem Jahre 1180. Sie war wohl Urkirche der umliegenden Ortschaften. Um sie herum liegt der ausgedehnte Friedhof der Pfarrei, dessen Ummauerung z.T. auf einer Erdumwallung steht, die noch zu erkennen aber größtenteils eingeebnet ist. Hier dürfte es sich um eine vorchristliche Kultstätte handeln,worauf auch der Drachenheilige St. Georg, der Patron der Kirche, hinweist. Die Kirche selbst, die bei der letzten Renovierung der vergangenen 60er Jahre wieder weitgehend in den ursprünglichen Zustand versetzt wurde und bei der schöne alte Fresken freigelegt wurden, ist sehenswertes Schmuckstück der Gegend. Im Nationalmuseum in München befindet sich eine überlebensgroße Figur des Gekreuzigten, die früher in der St.-Georgskirche im Chorbogen stand. Seit 1980 befindet sich in der Kirche eine Kopie dieser Figur von Bildschnitzer Kobel.

Östlich der Kirche zieht sich der Hartwald hin, eine alte Weidegerechtsame von Unter- und Obergermaringen, Gutenberg, Westendorf und Dösingen, deren Gründe nach der Säkularisation unter die genannten Gemeinden aufgeteilt wurden. Wohl wegen der Abgelegenheit der Pfarrkirche auf dem Berge entstand im Ort selbst schon im frühen Mittelalter eine Kapelle, die dem hl. Albanus geweiht war. An ihrer Stelle wurde 1472/73 ein größerer Neubau, die heutige Dorfkirche St. Johannes d. Täufer errichtet. Die Erweiterung des Chores erfolgte um 1710.