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Kirche Sankt Nikolaus in Schwäbishofen

Landkreis Ostallgäu Bistum Augsburg

Kirche Sankt Nikolaus in Schwäbishofen
Kirche Sankt Nikolaus in Schwäbishofen

Der Namenspatron Nikolaus (der Sieger über das / aus dem Volk [griech.]) gilt als Patron über Kinder, Kranke, Verurteilte und über das Vieh; bei Feuers-, See-, Sturm- und Wettersnot.

Außerdem Patron von Russland und Lothringen; der Schüler, Mädchen, Jungfrauen und alten Menschen; der Ministranten, der Pilger und Reisenden, der Zigeuner; der Gefangenen, der Richter, Rechtsanwälte und Notare; der Kaufleute, Bäcker, Müller, Korn- und Samenhändler, Metzger, Bierbrauer, Schnapsbrenner; der Wirte und Weinhändler; der Fährleute, Schiffer, Matrosen, Fischer, Flößer und Brückenbauer; der Bauern, Weber, Steinmetze und Steinbrucharbeiter; für glückliche Heirat und Wiedererlangung gestohlener Gegenstände.

Ausstattung der Kirche

Photo in schwarz/weiss
Photo in schwarz/weiss

Erbaut im Übergang von Barock zum Rokkoko. Auf ihrem Kuppelturm befinden sich zwei Glocken. Zur Inneneinrichtung von St. Nikolaus gehören ein Hochaltar und zwei Seitenaltäre. Alle drei sind marmorierte Holzaufbauten.

Das Hochaltarbild zeigt den Hl. Nikolaus. Über ihm ist der Hl. Michael abgebildet. Links und rechts des Altarbildes stehen als Figuren die Hl. Katharina und der Hl. Johann Nepomuk.

Auf dem linken Seitenaltar findet sich in der Mitte die Hl. Barbara und darüber der Hl. Martin. Der rechte Seitenaltar zeigt den Hl. Aloisius und über ihm den Hl. Benedikt.

Die Figuren an den Seitenaltären von rechts nach links: Johannes der Evangelist, Johannes der Täufer, der Hl. Rochus und der Hl. Sebastian.

Im Deckengemälde des Choraumes eine illusionistische, nach oben offene Architektur mit der Gemälde der Taube des Hl. Geistes. Die seitlichen Stichkappen zeigen den Sturz des Luzifers und die Diskussion der Hl. Katharina.

In den vier Zwickelfeldern finden sich seltene Darstellungen des Gotteslammes und des Hl. Nikolaus als Patron bei Feuers- See-, Sturm- und Wettersnot. Darunter in lateinisch die Schriftworte [übersetzt]: R1 "Rette uns, wir gehen zugrunde" R2 "Du besänftigst ihn" L1 "Unter dem Schutz Deiner Flügel" L2 "Es hat gezitter [gedonnert] und ist zur Ruhe gekommen".

Das Hauptfeld im Langhaus zeigt die Verklärung des Hl. Nikolaus mit dem Spruch: "Den Gott mit unzählbaren Mirakeln gezieret hat". Auf das Patronat des Hl. Nikolaus über Kinder, Kranke, Verurteilte und über das Vieh verweisen Bildmotive in den westlichen Stichkappen; die östlichen Stichkappen zeigen frühere Ortsansichten von Schwäbishofen.

Die Holzfiguren der Wandnischen im Langhaus: rechts die Muttergottes und der Hl. Antonius, links Joachim mit dem Marienkind und der Hl. Franz Xaver. Im Chorraum: rechts die schmerzhafte Muttergottes, links der gegeißelte Heiland.

An der ersten rechten Bank birgt die Kirche eine stehende Muttergottes aus der zweiten Hälfte des 17. Jhd. (Prozessionsstange). Weitere Bildmotive: Die Chorbänke zeigen in den Medaillons den Hl. Erzengel Michael und den Hl. Nikolaus.

In den Durchgängen vom Hochaltar zur Sakristei auf den beiden Seitenschränken das Bild von Christus und der reuigen Sünderin (rechts) und vom Zöllner und dem Pharisäer (links).

Hinter dem Hochaltar in der Sakristei befindet sich noch eine Marienkapelle mit der Nachbildung eines marianischen Gnadenbildes.

Beim Verlassen des Gotteshauses sieht man an der Emporenbrüstung eine seltene Darstellung des Kreuzweges von Jerusalem bis hinauf nach Golgatha.

Die Geschichte der Kirche

Die Kirche wurde in den Jahren von 1720-1735 erbaut, nachdem die vorherige Kirche nicht mehr repariert werden konnte. Die feierliche Einweihung fand am 27. Oktober 1735 statt. Die St. Nikolaus Kirche in Schwäbishofen ist die kleinste Kirche der Diözese Augsburg, die mit den Sakralen einer Pfarrkirche ausgestattet ist.

Auf der Empore steht eine Orgel der Gebrüder Hindelang von Ebenhofen aus den Jahren um 1890. Im Vorzeichen hängt eine Votivtafel, die an den grossen Brand des benachbarten Stadels am 23.August 1932 erinnert, bei dem unsere Kirche durch den sichtbaren Schutz des Hl. Nikolaus keinen Schaden erlitt.

Die große Glocke wurde im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts von Meister Sebald Schönmacher in Augsburg gegossen. Im Jahre 1943 wurde sie nach Hamburg gebracht, um für Kriegszwecke eingeschmolzen zu werden. Sie kam aber 1947 wieder unversehrt zurück.

Die kleine Glocke wurde im Jahre 1682 von O. Sator in Kempten gegossen. Aufgrund einer grosszügigen Spende können beide Glocken seit 1966 elektrisch betrieben werden. Seitdem rufen sie immer pünktlich dreimal am Tag zum Gebet.

Ebenfalls auf Grund einer zweckgebundenen großen Spende erhielt unsere Kirche im Jahre 1991 eine funkgesteuerte Turmuhr.

Umfangreiche Innen- und Aussenrenovierungen in den Jahren nach 1970 und nach 1980 waren notwendig, um die Kirche in ihrem heutigen Glanz vorstellen zu können. Sie wurden von den Schwäbishofern, der bischöflichen Finanzkammer, dem Landkreis Ostallgäu, der Gemeinde Germaringen und weiteren einzelnen großzügigen Spendern finanziell getragen.

Quelle: Herr Bronner für die Chronik Germaringen

Die Legenden des Heiligen Nikolaus

Nikolaus von Myra trat in das seiner Heimatstadt nahgelegenen Kloster von Sion ein und wurde um 300 zum Metropoliten von Myra geweiht.

Verbreitete Legenden über Nikolaus erzählen: In einer verarmten Familie konnte er durch gezielte Geldgeschenke, die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass der Vater seine drei Töchter zur Prostitution bewegen musste.

Drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte konnte er retten, indem er im Traum dem Kaiser erschien und um ihre Befreiung bat; in anderer Version rettete sie Nikolaus, indem er das Schwert des Henkers abwehrend ergriff.

Um ein in Seenot geratenes Schiff mit drei Pilgern, die von Ephesus ausfuhren und das für eine christliche Kapelle bestimmte heilige Öl in den Diana-Tempel zurückzubringen sollten, zu retten, stillte er den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen.

Vom 15. Jahrhundert an verbreitete sich die Legende von den Getreidehändlern: Nikolaus erbat bei einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe nur 100 Scheffel und versicherte, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen werde, was sich bewahrheitete; Nikolaus aber konnte seine Gemeinde auf Jahre hinaus ernähren und sogar Saatgut austeilen.

Der Hl. Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten. Die Volksfrömmigkeit hat seinen Gedenktag mit reichem Brauchtum liebevoll bedacht, seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt. Ansatzpunkte für Brauchtum und seine zahlreichen Patronate finden sich in den Legenden.

Quelle: www.heiligenlexikon.de


Fest des Hl. Nikolaus: 6. Dezember


Bauernregeln:

"Regnet es an Nikolaus, /
wird der Winter streng, ein Graus."