Im Wandel der Zeit
100 Jahre später, 1861, war eine Renovierung der Kirche erforderlich. Aus dieser Zeit stammen noch Teile des jetzigen Hochaltars. Das Altarbild, auf Holz gemalt, zeigte die Taufe Christi, während im rechten Seitenaltar der hl. Zacharias und im linken Seitenaltar die hl. Elisabeth dargestellt waren. Auch Taufbecken, Kanzel und Chorstühle wurden in der 2. Hälfte des 19. Jh. neu geschaffen.
Das Kirchengelände wurde 1898 mit einem handgeschmiedeten eisernen Gitterzaun umfriedet. Aus den Jahren 1904/1905 sowie 1949 datieren weitere Renovierungen der Kirche. Eine grundlegende Neugestaltung des Innenraumes fand in den Jahren 1955/56 statt, wobei der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre überarbeitet wurden. Der Altartisch und der Tabernakel des Hochaltares stammen noch aus dem Jahre 1861. Darüber befinden sich drei Holzfiguren, die viele Jahre lang auf dem Dachboden der Kirche lagen und wahrscheinlich schon beim alten Hochaltar aus dem Jahr 1710 Verwendung gefunden hatten. Die gefassten Holzfiguren zeigen Maria mit ihren Eltern Anna und Joachim.
Auch bei den beiden Seitenaltären datieren die Mensaverkleidungen noch aus dem Jahre 1861. Darüber befinden sich je drei gefasste Holzfiguren: Links der hl. Karl Borromäus (gegen Mitte 18. Jh.) und Statuetten der Evangelisten Lukas und Johannes (Anfang 18. Jh.), rechts der hl. Johannes Nepomuk (gegen Mitte 18. Jh.) und Statuetten der Evangelisten Matthäus und Markus. Diese Statuetten stammen vermutlich vom Schalldeckel der ehemaligen Barockkanzel dieser Kirche. Die ehemaligen Seitenaltäre werden heute noch zur Fronleichnamsprozession bei den Anwesen Klarer (hl. Zacharias) und Franz Paule (hl. Elisabeth) aufgebaut.
1961 wurde ein Beichtraum gebaut und das Vorzeichen neu gestaltet, wobei man die Beinkammer mit dem Armenseelenbild entfernte. In den Jahren 1977-79 fand wieder eine grundlegende Außenrenovierung der Kirche statt. Im Zug dieser Arbeiten wurden die Mauern abgeschnitten und trockengelegt sowie das Dach neu eingedeckt. In diese Zeit fällt auch der Einbau der Heizung, die Installation des elektrischen Geläutes und die Polsterung des Laiengestühls aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. 1982 restaurierte man die Deckengemälde. An der südlichen Längswand befindet sich ein großes Kreuz mit einer Christusfigur und der Muttergottes darunter, vor dem Eingang zur Sakristei steht eine Herz-Jesu-Figur.
An der nördlichen Längswand finden wir eine Tafel zum Gedenken an die Teilnehmer der Kriege von 1866 und 1870/71, während man die Tafeln mit den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege bei der Renovierung 1956 entfernte. Ihrer gedenkt man heute am Kriegerdenkmal im Friedhof auf dem Georgiberg.
Orgel und Glocken
Die Orgel, gebaut von den Gebrüdern Hindelang aus Ebenhofen, stammt aus dem Jahre 1894 und wurde 1921 erneuert. Die Vorgängerorgel kam 1894 in die St. Georgskirche. Das Geläute in dem ca. 15 Meter hohen spätgotischen Turm mit Satteldach besteht aus drei Glocken.
Im 1. Weltkrieg musste die große Glocke, gegossen 1881 von J. Hermann in Memmingen, abgeliefert werden. Als Ersatz kam 1921 die kleine Glocke der Georgskirche aus dem Jahre 1644 auf den Turm.
Auch im 2. Weltkrieg wurden zwei Glocken von der Dorfkirche St. Johannes abgeholt, während die kleinste Glocke hier blieb. Im Herbst 1946 kamen die Glocken jedoch wieder unversehrt zurück. Somit besteht das Geläute heute aus drei Bronzeglocken: Neben der kleinen, von der Georgskirche stammenden Glocke aus dem Jahre 1644 erklingen eine von 1757, gegossen von Johann M. Ernst in Memmingen und einer dritten, gegossen 1790 von Agabitus Hubinger in Augsburg.
Auf dem Dachboden der Kirche steht auch noch ein Göpel, mit dem man wahrscheinlich während der Bauzeit Baumaterialien hochgezogen hat.
Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 2000/01 der Kirchplatz neu gestaltet und der hundert Jahre alte Eisenzaun restauriert und verzinkt.
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