Nachrichten aus Germaringen

Asylbewerber in Germaringen

 

Asylbewerber in Germaringen

Längst haben sich die Bürger in Germaringen daran gewöhnt, dass Männer aus Afrika, die in Deutschland Asyl suchen, in unserer Gemeinde wohnen. Inzwischen sind sieben der jungen Männer aus Eritrea auch anerkannte Asylberechtigte, d. h. sie haben eine Bleibeberechtigung für zunächst drei Jahre bekommen. Seit einem Jahr besuchen sie die Schule im Kolpingbildungswerk in Kaufbeuren und sprechen mittlerweile ganz ordentlich Deutsch.

Umzug ins Brandlhaus

Die Asylbewerberunterkunft in der Schulstraße, die vom Landratsamt Ostallgäu angemietet wurde, war in erster Linie für Flüchtlinge vorgesehen, die noch im Asylverfahren sind. Unsere „Anerkannten“ müssen bzw. dürfen diese Unterkunft daher bis spätestens Ende Oktober verlassen. Wie bereits berichtet, wird die Gemeinde das Brandlhaus in der St. Wendelgasse an diese Asylberechtigten vermieten. Dazu werden derzeit einige Renovierungsarbeiten durchgeführt. Auch der Garten wurde längere Zeit nicht gepflegt und war mittlerweile sehr verwildert. Mit viel Eifer haben die zukünftigen Mieter nun den Garten kultiviert. Organisiert wurde diese Aktion von Claudia Schweitzer, Petra Rädel und Hildegard Stellmach, die auch anleitend zur Seite standen.

Michael, Mussie, Ali und Tesfu bei der Gartenarbeit

Wohnungen gesucht

Die Jungs freuen sich auf den Umzug ins Brandlhaus. Leider finden nicht alle, die in Germaringen bleiben wollen, dort Platz. So wäre es etwa für Jakob, der im Ort bereits bestens bekannt ist, wichtig, hier eine Wohnung zu finden, da er bei einem ortsansässigen Malerbetrieb in Ausbildung ist. Ebenso Aliou, der bereits seit einem Jahr die Berufsschule in Kaufbeuren besucht und im September mit seiner Ausbildung als Maler begonnen hat. Die beiden würden gerne zusammen in eine Wohnung ziehen, sind aber bisher noch nicht fündig geworden. Falls Sie eine geeignete Wohnung anbieten können, wären die Burschen sicher dankbar. (Ansprechpartner: Fam. Tschöp/Fink Tel.: 08341/67210, Fam. Kuscha Tel.: 08341/98356 oder Gemeinde Fr. Fleckenstein Tel.: 08341/9775-23).

Unkrautjäten im Friedhof

Erfreulich war auch die Unkrautaktion im Friedhof in Obergermaringen. Ali, Mussie und Tesfealem waren eine Woche lang beschäftigt, nachmittags im Friedhof Unkraut zu jäten. Ebenso wurde der Platz um den Brunnen in der Lindenstraße von Unkraut befreit. Diese Maßnahme wurde mit dem Jobcenter abgestimmt und im Rahmen eines Praktikums durchgeführt. Die Arbeit ist wohl im Dorf auch positiv aufgenommen worden, worüber wir uns sehr freuen.

 

Brotbacken fast wie in Afrika

Brotbacken ist eine Kunst, die nicht jeder kann. Conny Schleich aber kann es, ja, sie ist sogar eine Meisterin darin. Mit ihrem mobilen Brotbackofen richtete sich Conny am Freitag, den 26.06.2015 vor der Unterkunft unserer Asylbewerber ein. Mit Eifer machten sich die Jungs auch gleich an die Arbeit. Teig wurde ausgewallt, Laibe geformt und zum „Gehen“ in Körbe gelegt.

Brotbacken fast wie in Afrika Unter der fachkundigen Anleitung der Bäckerin verwandelte sich der mitgebrachte Teig in Fladenbrote, Semmeln und Weißbrotlaibe. Die jungen Afrikaner hatten sichtlich Spaß an dieser Aktion. Die Fladenbrote wurden auch gleich mit leckeren Aufstrichen verzehrt. Obwohl vier der Burschen als Muslime den Ramadan halten, hatten sie Spaß an der Sache und erklärten bereits im Vorfeld, dass dies für sie kein Problem darstelle. „Wir essen das Brot nach Sonnenuntergang“ meinten sie.

Alle freuten sich über die gelungene Brotbackaktion und einige fragten nach, wann Conny wieder käme.

Ein herzliches Dankeschön an Conny Schleich, die sich nicht nur die Zeit zum Brotbacken mit den Asylbewerbern nahm, sie spendierte auch alle Zutaten. Danke auch an Martha Kuscha, die leckeren Brotaufstrich beisteuerte.

 

Asyl von A bis Z

Wer sich näher über das Asylrecht informieren möchte, findet auf der Website der unabhängigen deutschen Menschenrechtsorganisation Pro Asyl e.V. ausführliche Erklärungen und viel Basiswissen:
Opens external link in new windowhttp://www.proasyl.de/de/themen/basics/glossar/

 

Deutschunterricht für die Asylbewerber

Erfreulicherweise meldeten sich nach dem letzten Aufruf im Gemeindeblatt weitere Helfer zum Lernen mit den Afrikanern. So kann seit vier Wochen zweimal die Woche je 90 Minuten Deutschunterricht angeboten werden. Seit Beginn des Unterrichts im November hat sich nun ein fester Stamm der "Schüler" gebildet, der regelmäßig und mit viel gutem Willen dienstags und donnerstags in den Physikraum der Mittelschule kommt, um Deutsch zu lernen. Vor allem für die nur in ihrer Landesprache Sprechenden (Tigrinisch sprechen die Eritreer) ist unsere Sprache sehr schwer. Die wöchentlichen Treffen sind aber auch dazu da, mit den "Fremden" ins Gespräch zu kommen. Immer wieder kommt dabei ihr Wunsch nach Arbeit zur Sprache. Immer wieder bedanken sie sich für die vielfältigen Hilfeleistungen der Germaringer. Umso ärgerlicher ist es, dass zwei junge Männer am Dienstag, 14. April versuchten, die Nachtruhe der Asylbewerber zu stören, indem sie nachts um 2 Uhr heftig an deren Fenster klopften, beim Öffnen der Türen dann aber feige davon rannten. Deshalb die Bitte an alle Germaringer Bürgerinnen und Bürger, Augen und Ohren offen zu halten, damit sich so eine Dummheit nicht wiederholt.

 

 

Begegnung mit Asylbewerbern

Zu einem Kaffeenachmittag im Schülercafe der Mittelschule Germaringen lud die Gemeinde Germaringen ein, um mit unseren afrikanischen Asylbewerbern in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen, Fragen zu klären und in gemütlicher Runde ins Gespräch zu kommen.

Dieser erste Kaffeenachmittag war sehr gut besucht und es konnten gleich neue Kontakte für die Mithilfe im Asylhelferkreis geknüpft werden. Obwohl seitens der Asylbewerber nur eine geringere Anzahl an Teilnehmern anwesend war, zeigten sie sich sehr erfreut über die Gastfreundschaft und das Interesse an ihren Schicksalen. Sie bedankten sich mehrfach und bestätigten nochmals, dass sie sich in Germaringen sehr wohl fühlen. Nach wie vor ist das Erlernen der deutschen Sprache das Hauptanliegen der Flüchtlinge. Hildegard Stellmach erläuterte hier nochmals den Ablauf des Deutschkurses und machte einen Aufruf zur Mithilfe.

Ein herzliches Dankeschön an die vielen Kuchenspenden und an alle, die bei den Vorbereitungen und zum Gelingen des Nachmittages beigetragen haben. 

Neues vom Deutschunterricht
Einmal wöchentlich, jeweils donnerstags von 13 bis 15 Uhr, treffen sich 12-14 Asylbewerber zum Deutschunterricht mit Andrée Gött (zuständig für die zwei französisch sprechenden Männer, alle anderen können mehr oder weniger gut englisch), Claudia Schweitzer und Hildegard Stellmach.
Nach drei Wochen im Feuerwehrhaus (ein Dank an Benjamin Biechele für's Einheizen und Bringen des Schlüssels!) ist ab kommender Woche wieder die Schule der Lernort, wie schon vor Weihnachten.
So kommen auch manchmal Schülerinnen und Schüler, die eine Freistunde haben, mit den "Fremden" ins Gespräch. Sehr beliebt ist bei einigen Afrikanern auch das Kickerspiel im Fahrschülerraum. "Ich heiße... - wie heißt du?". "Ich wohne in Germaringen". "Ich brauche Handschuhe." "Ich esse keine Wurst." "Ich mag Reis, was magst du?" Die ersten holprigen Sätze kann inzwischen fast jeder sprechen. Nach dem Themenbereich Kleidung steht nun das Thema "Essen und Trinken" auf dem Plan. Zuerst werden Wörter mit Hilfe von Bildern erarbeitet. Mit diesen Vokabeln werden danach kurze Sätze gebildet, gelesen und nachgesprochen. Das freie Sprechen dieser einfachen Sätze in Partnerarbeit ist dann schon eine große Herausforderung! Im 2. Teil der Stunde können die "Schüler" das Gelernte in einem Spiel (z.B. Bild-Wortkarten zuordnen, zu Fragen die Antwortkarten suchen) anwenden. Sowohl die Lernenden als auch die Lehrenden zeigen viel Engagement und so kann hoffentlich der eine oder andere Asylbewerber nach einem Jahr sagen: "Ich spreche ein wenig Deutsch!" Wer Interesse hat, bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit mitzuhelfen, melde sich bitte bei der Gemeinde. Jeder kann sich einbringen und jeder kann "angelernt" werden. Eine zweite wöchentliche Stunde wäre auf jeden Fall sehr gut!

 

Erster Schnee im Leben

Zum ersten Male in ihrem Leben sehen und spüren die Afrikaner den Winter in Germaringen. Es schneite über Weihnachten und so sahen sie zum aller ersten Male Schnee.

Kurzerhand haben Jugendliche der Pfarrjugend Germaringen die jungen Männer zu einer Schneeballschlacht eingeladen! Einen Tag später auch zu einer rasanten Schlittenfahrt! Der Winterspass machte sichtlich Freude und so erlebten die Flüchtlinge auch die schönen Seiten des Winters.

 

 

Christmette in der Pfarrgemeinde Obergermaringen

Die Christen aus Eritrea feierten zusammen mit der Pfarrgemeinde die Heilige Nacht am 24.12.2014 in der Kirche St. Wendelin. Im Anschluss freuten sie sich über die Einladung zu Punsch und weihnachtlichen Musikstücken der Bläser vor der Kirche.

 

Weihnachtsgeschenke der Mittelschule Germaringen

Die Schulklassen sammelten kleine Geschenke und verpackten diese kunstvoll und mit viel Liebe. Am letzten Schultag überreichte Rektor Josef Kreuzer die Präsente im Asylheim. Sichtlich erfreut zeigten sich die jungen Afrikaner auch über das Weihnachtslieder der Klasse 5c unter der Leitung von Julia Kaufmann, die eigens ein afrikanisches Lied vorgesungen haben.

 

Dankesbrief der Flüchtlinge

Als kleine Geste der Dankbarkeit hat uns Herr Alieu Nje, auch im Namen der anderen Asylbewerber, einige handgeschriebene Zeilen an die Germaringer Bürger überreicht, die wir gerne an Sie weitergeben:

Hallo liebe Germaringer,

wir schreiben Ihnen um unseren tiefsten Dank für Ihre Spenden an uns in der letzten Zeit auszudrücken. Die großzügigen Geschenke der Menschen aus Germaringen gaben uns auch die moralische Unterstützung, die wir für unseren Aufenthalt hier in Germaringen brauchen.

Durch Ihre unzähligen Geschenke die Tage über, haben wir erkannt wie gut und gastfreundlich die Menschen dieser Gemeinde sind. Die Germaringer haben uns außerdem gezeigt, wie viel Sorge, Verständnis und Rücksicht sie für uns haben. Wir sind sehr dankbar für jede Hilfe, die sie uns zukommen ließen.

Es gibt keinen Weg um unsere Dankbarkeit für ihre Rücksicht angemessen auszudrücken. Aber wir nutzen diese Gelegenheit um Ihnen für die Hilfe und Unterstützung herzlich zu danken.
Wir beten zu Gott, er möge diese Gemeinde segnen.

Die Germaringer sollen lange leben!

Ihr

Alieu Njie

Kleidersammlung

Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle, die dem Aufruf zur Kleiderspende gefolgt sind und so großzügig Kleider und Schuhe abgegeben haben.

Die Sachen wurden dringend benötigt, da die jungen Männer auf unsere kalte Witterung nicht eingestellt waren. So ist es auch kein Wunder, dass alle abgegebenen Kleidungsstücke einen Abnehmer gefunden haben. Die offizielle Kleiderspendenaktion ist damit im Moment beendet. Bis auf Weiteres wird keine Kleidung mehr benötigt. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Fernsehgerät und Satellitenanlage

In der Unterkunft der Asylbewerber stand zunächst kein Fernsehgerät zur Verfügung. Die Fa. Elektro Waibl nahm dies zum Anlass und spendete ein TV-Gerät samt Satellitenanlage. Roland Waibl installierte die Anlage zudem kostenlos. Herzlichen Dank dafür.

Was wird noch gebraucht?

Sicher wird noch dies und jenes gebraucht, wir möchten aber derzeit keinen konkreten Spendenaufruf starten.

Dankbar wären die Asylbewerber für Lebensmittel wie Kartoffeln, Nudeln, Reis, Zwiebeln und Öl. Darüber hinaus werden noch Wäscheständer benötigt. Kleidung wird bis auf Weiteres keine mehr benötigt. Wenn Sie in dieser Richtung etwas spenden möchten, so bitten wir Sie, die Sachen im Gemeindeamt abzugeben. Wir sammeln die Spenden und verteilen sie dann an die Asylbewerber. Eine Abgabe der Spenden direkt an der Unterkunft empfehlen wir nicht, da gewährleistet sein soll, dass die Spenden der ganzen Gruppe gleichermaßen zugutekommen.

Natürlich sind auch Geldspenden willkommen. Diese können auf das Konto der Gemeinde Germaringen, bei der Sparkasse BLZ 734 500 00, Kto.Nr. 390237 erfolgen. Bitte geben Sie als Verwendungszweck „Projekt Asyl“ an. Die Gelder werden dann für konkrete Zwecke verwendet, z. B. Beschaffung von Unterrichtsmaterial und Schulbüchern. Wir werden die Spenden nicht als Taschengeld für die einzelnen Betroffenen verwenden.

Deutschunterricht

Der Deutschunterricht unter Leitung von Frau Hildegard Stellmach hat begonnen. Unterstützt wird Frau Stellmach von Andree Gött, deren Französischkenntnisse benötigt werden, da einige der Männer nur Französisch sprechen. Herzlichen Dank den beiden Frauen für dieses unentgeltliche Engagement.

Mitarbeit im Bauhof

Asylbewerber in Germaringen

Händeringend suchen die Asylbewerber eine Beschäftigung. Die Ausübung einer Erwerbstätigkeit ist ihnen im Moment noch untersagt, sie dürfen jedoch gemeinnützige Arbeit leisten.

Die Mitarbeiter unseres Bauhofs waren bereit, vier der jungen Männer unter ihre Fittiche zu nehmen. Die Verständigung ist vielleicht manches Mal etwas holprig, Arbeit gibt es derzeit aber genug. An dieser Stelle danken wir unseren Männern vom Bauhof für die Bereitschaft, sich um die Beschäftigung der Asylbewerber zu kümmern.

Die Aktivitäten des SVO Germaringen

Fahrräder für die Asylbewerber in GermaringenDer SVO ist zwischen­zeitlich besonders aktiv. Der SVO Stamm­tisch hat 13 Fahr­räder aufge­trieben (eins fehlt jetzt noch), Fredo Hanel hat diese ehren­amtlich alle general­über­holt und mit Licht aus­gestattet und zusätzlich eine große Luft­pumpe für die unter­schied­lich­sten Ventil­arten (auch Fuß­ball­ventile) spen­diert. Ein Groß­teil der Material­kosten für die General­über­holungen wurden bereit­willig vom SVO Stamm­tisch über­nommen. Jetzt fehlt uns dafür noch eine Summe von ca. 150 Euro.

Acht bis neun afrikanische Fuß­baller kommen darüber­hinaus jeden Dienstag und Donners­tag ins Training. Unsere neuen Fuß­baller werden beitrags­frei im SVO aufge­nommen und sind über den BLSV versichert. Mit Fuß­ball­schuhen und Sport­kleidung wurden sie bereits vom SVO aus­ge­stattet. Zwischen­zeit­lich besuchen die sport­begeister­ten Asyl­bewerber die Heim­spiele der SVO-Mann­schaften und zum letzten Aus­wärts­spiel sind einige im SVO Bus mit­ge­fahren. Ver­ständi­gung ist im Sport schein­bar kein Problem.

Für diejenigen Asyl­bewerber, die nun bei Hilde­gard Stell­mach und Andrée Gött unsere Sprache lernen, hat der SVO einen CD-Player organi­siert, um damit auch in der Unter­kunft die Lern-CDs aus den Deutsch-Büchern abspielen zu können.

 

 

 

 

Sollten Sie Interesse an der Mitwirkung im Arbeitskreis "Asyl" haben, so setzen Sie sich bitte mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung. Ansprechpartner sind Martin Kaufmann, 08341/977513 und Elisabeth Fleckenstein 08341/9775-23 oder Opens window for sending emailinfo@germaringen.de

Initiates file downloadBrief des Ersten Bürgermeisters an die Bevölkerung von Germaringen vom Anfang November